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Richtige Küchenhygiene schützt dich und deine Lebensmittel

Quelle: (c) gpointstudio

Regelmäßiges Händewaschen ist wichtiger denn je, um krankmachende Keime zu entfernen. Das gilt auch im Umgang mit Lebensmitteln: Wenn du mit ungewaschenen Händen Essen zubereitest, überträgst du Keime auf das, was du isst. So kannst du dir nicht nur Erkältungsviren von anderen oder schlimmer noch, eine Salmonelleninfektion, einfangen.

Sorgfältig einkaufen und Kühlkette einhalten

Hygiene beginnt bereits beim Einkauf: Achte auf Haltbarkeitsangaben, unversehrte Verpackungen und schau dir lose Produkte genau an. Eier zum Beispiel sollten unbeschädigt und sauber sein. Bakterien lieben nicht nur Eier, sondern auch rohes Fleisch, Fisch und Geflügel. Wenn du solche leicht verderblichen Lebensmittel mit Verfallsdatum kaufst, achte unbedingt darauf, dass du sie auch vor seinem Ablauf verbrauchen kannst. Wichtig ist auch eine durchgängige Kühlung. Denn bei Wärme können sich Keime schnell vermehren. Am besten benutzt du schon zum Transport im Einkaufswagen eine Kühltasche. Du bekommst sie in fast jedem Supermarkt. In ihr ist auch Tiefgekühltes gut aufgehoben. Hole es möglichst erst kurz vor dem Zahlen aus der Truhe, dann bleibt es schön kalt.
Zu Hause gehören Eier ins Eierfach. Fisch und Fleisch sind im untersten Fach des Kühlschranks am besten aufgehoben, da es dort am kältesten ist. Tiefgekühltes, das nicht zeitnah verbraucht werden soll, kommt  ins Frostfach des Kühlschranks oder in die Gefriertruhe.

Gefrorenes langsam auftauen

Bei Minusgraden haben die Mikroorganismen keine Chance. Folgende Auftautipps solltest du beachten:
Taue Fisch und Fleisch am besten im Kühlschrank auf. Dazu entfernst du die Verpackung und legst das Gefriergut in ein geschlossenes Gefäß. Gieße das Auftauwasser regelmäßig ab, denn darin vermehren sich die Keime besonders gern. Anschließend alle Gefäße sowie Arbeitsunterlagen und Hände, die mit dem Tauwasser in Berührung gekommen sind, gründlich mit heißem Wasser und Seife abspülen.
Viele Tiefkühlprodukte, wie Gemüse, Kartoffelprodukte oder Fertiggerichte können unaufgetaut zubereitet werden. Lebensmittel, die du einmal aufgetaut hast, sollten möglichst zeitnah verarbeitet werden, um die Qualität zu wahren.

Summen hilft beim Händewaschen

Obst und Gemüse zu waschen hilft wenig, wenn die Hände nicht richtig sauber sind. Um Keime zu entfernen, reicht es allerdings nicht, die Finger nur unter klarem Wasser abzuspülen. Mindestens 20 Sekunden lang sollten Hände gründlich eingeseift werden. Wer also beim Händewaschen zweimal "Happy Birthday" summt, macht in dieser Zeit Bakterien den Garaus. Die Nägel reinigst du am besten gleich mit. Das Berühren von Mund, Nase und Haaren solltest du während des Kochens möglichst unterlassen. Sonst war das Händewaschen für die Katz. Apropos: Deine Katze, dein Hund oder andere Haustiere haben bei der Zubereitung von Speisen übrigens Küchenverbot. Halte deine Lieblinge von Lebensmitteln fern und vermeide es, sie während des Kochens zu streicheln.

So haben Keime in der Küche keine Chance

Wenn die Hände sauber und die Küche haustierfrei ist, geht es ans Zubereiten – natürlich auf einer sauberen Unterlage und mit gut gereinigten Küchenutensilien. Denn hygienisch zubereitetes Essen hält länger. Hier kommen unsere Küchentipps:


1. Kühlschrank regelmäßig putzen: Der Kühlschrank ist neben dem Schwamm die größte Keimgefahr für Lebensmittel. Besonders das Gemüsefach sollte man auswischen, denn in Pflanzenresten vermehren sich Mikroorganismen gut. Warmes Wasser und etwas Reinigungsmittel sind gut dafür geeignet, ein Schuss Essigessenz beugt Schimmel vor. Essig ist auch ideal, um Schimmel im Brotkasten zu vermeiden.

2. Geschirrtücher und Schwämme immer gut trocknen lassen und regelmäßig wechseln: Wer Arbeitsflächen vor der Essenszubereitung mit einem Schwamm wischt, macht sie nicht immer sauberer. Denn Schwämme und Lappen beherbergen oft viele Keime und verbreiten sie in der gesamten Küche. Die Reinigungsutensilien sollten daher alle zwei bis drei Tag gewechselt werden. Geschirrtücher kommen bei 60 bis 90 Grad Celsius in die Waschmaschine. Schwämme kannst du einfach mit in die Spülmaschine legen. Bei mindestens 60 Grad Celsius werden sie sauber.

3. Schneidebretter verwenden, die sich gut reinigen lassen: Kunststoffbretter haben den Vorteil, dass du sie meist bei über 60 Grad Celsius im Geschirrspüler säubern kannst. Oder aber in der Mikrowelle: Reibe das Kunststoffbrett dazu mit einer halben Zitrone ein und erhitze es anschließend eine Minute lang auf der Drehscheibe. Die Mikrowellen-Reinigungsmethode eignet sich auch für feuchte Schwämme, die sich vorher mit Essig oder Zitronensaft vollgesogen haben. Damit sind Kunststoffbretter ideal für rohen Fisch und rohes Fleisch geeignet. Grundsätzlich ist es aber egal, ob Bretter aus Holz oder Kunststoff sind. Arbeitest du vorzugsweise mit Holzbrettchen, lasse sie nach dem reinigen möglichst senkrecht trocknen. So kann die Luft besser zirkulieren. Das ist wichtig, weil Holz unter warmem Wasser aufquillt und Bakterien dabei in Einkerbungen eingeschlossen werden.

4. Getrennte Schneidebretter benutzen: Verwende ein Schneidebrettchen für die Zubereitung von Fleisch und Geflügel, ein anderes für Obst und Gemüse. Denn Keime können sich auch von einem Lebensmittel zum anderen übertragen. Besonders anfällig für Keime sind rohes Fleisch, Geflügel, Eier, Salate und Meerestiere. Du solltest dir nach dem Verarbeiten immer gründlich die Hände waschen, bevor du weitere Lebensmittel anfasst. Auch Messer, Schüsseln oder Schneidebrettchen müssen vor einer weiteren Verwendung sorgfältig gereinigt werden.

Gründlich durchgaren und achtsam aufwärmen

Bakterien werden sicher abgetötet, wenn Fleischwaren mindestens zehn Minuten lang bei 70 Grad Celsius erhitzt werden. Rühr- und Spiegeleier solltest du gut durchbraten und Kocheier mindestens fünf Minuten im siedenden Wasser liegen lassen. Fisch muss so lange gegart werden, bis er nicht mehr glasig ist und sich leicht in Schichten teilen lässt. Auch Meeresfrüchte sollten nicht weniger als zehn Minuten kochen. Sind Muscheln oder Austern danach immer noch geschlossen, sind sie verdorben und dürfen aus Sicherheitsgründen nicht gegessen werden.
Fertig gegarte Speisen solltest du möglichst sofort verbrauchen. Das gilt insbesondere für Kindernahrung. Langes Warmhalten oder Stehenlassen bei Raumtemperatur ist eine häufige Ursache für Lebensmittelerkrankungen. Wenn Speisen warmgehalten werden sollen, dann möglichst heiß (mindestens 70 Grad Celsius), um einer Vermehrung von Mikroorganismen entgegenzuwirken. Besser ist es meist, Essen schnell abkühlen zu lassen und es abgedeckt in den Kühlschrank zu stellen. Am besten verschließt du es fest in einer sauberen Dose, dann ist es sicher vor Keimen von außen. Bei Bedarf kannst du das Essen wieder aufwärmen. Nutzt du dazu die Mikrowelle, achte darauf, dass alles gleichmäßig erhitzt wird. Rühre die Speise zwischendurch einmal um, damit alles gleichmäßig erhitzt wird und Keime abgetötet werden.