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Vegetarischer Grillgenuss

Quelle: babsi_w - Adobe Stock

Echte Grillprofis wissen es schon lange: Gemüse ist mehr als nur eine Beilage zur Bratwurst und vegetarische Alternativen zum Steak werden immer raffinierter. Mit unseren fleischlosen Grilltipps wird das sommerliche Brutzeln unter freiem Himmel auch ohne Kotelett und Wurst zum Genuss: lecker und vor allem nachhaltig.

Egal, ob es darum geht, die Abwechslung auf dem Teller zu steigern, das Grillen nachhaltiger und auch gesünder zu gestalten oder Gemüsereste zu verwerten – gute Gründe für einen zumindest fleischarmen Grillabend gibt es viele. Mit den Temperaturen steigt zum Sommeranfang auch die Lust aufs Grillen. Nachdem wir uns im letzten Jahr dem wertschätzenden und möglichst restefreien Umgang mit Grillfleisch gewidmet haben, geht es dieses Mal vegetarisch zu. Mit den folgenden Tipps kannst du das einzelne hochqualitative Filetstück mit Leichtigkeit durch leckere Veggie-Varianten für den Grill ergänzen – oder es auch mal ganz weglassen. Das ist nachhaltiger und bei richtiger Zubereitung sehr lecker. 

Grillen mit Gemüse

Der Sommer lockt mit einer ganzen Reihe von Gemüsesorten, die sich frisch vom Feld bestens auf dem Grill machen. Dazu gehören zum Beispiel Paprika, Auberginen und Zucchini. Durch ihren geringen Wassergehalt eignen sich zudem Kürbisfleisch, Artischocken und sogar ein fester Salat wie Chicorée für den Grill. Champignons kannst du mit etwas Knoblauch, Salz und Pfeffer in Öl braten und als Beilage servieren oder mit (Frisch)-Käse-Resten befüllen und auf dem Grill garen. Für Gemüsespieße bieten sich Zwiebeln, Paprika oder ebenfalls Pilze, Kartoffeln, Auberginen und Zucchini an. Ein absoluter Klassiker des vegetarischen Grillens ist der gebratene Maiskolben. Goldbraun gegrillt und mit Butter und Salz angemacht, wird er zur leichten Köstlichkeit. Sehr gut passt auch ein selbstgemachtes Pesto. Die Herstellung auf Basis von Olivenöl, Rucola, Basilikum oder Bärlauch ist spielend leicht.   

Gemüse kannst du genau wie Fleisch marinieren oder mit Salz, Kräutern und einem passenden Öl erhitzen. Achte hierbei darauf, nur Öl zu verwenden, das sich problemlos und ungefährlich erhitzen lässt. Kaltgepresste Öle - dazu gehören zum Beispiel auch viele Olivenöle - können nämlich bei Temperaturen von über 180 Grad Giftstoffe freisetzen. Sowohl bunte Gemüsespieße als auch mariniertes Gemüse sind eine hervorragende Verwertungsmöglichkeit für nicht mehr ganz frisches Gemüse.

Grundsätzlich solltest du beim Gemüsegrillen auf den Einsatz von Alufolie verzichten, da diese in Verbindung mit salz- oder säurehaltigen Nahrungsmitteln gesundheitsschädliche Stoffe freisetzen kann. Verwende statt Alufolie oder Grillschale also lieber eine Metallpfanne oder eine hitzefeste Backform.

Käse auf Kohle

Käse ist schon länger als ergänzendes Grillgut beliebt. „Grilltaler“, Halloumi, Camembert oder marinierter Ziegenkäse funktionieren aber auch wunderbar als nahrhafte Alternative zum Nackensteak. Mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Thymian oder Majoran verleihen dabei zusätzliche Würze. Wenn du Käse auf dem Grill zubereiten möchtest, solltest du auch hier aus den oben genannten Gründen auf Alufolie verzichten. Besser eignet sich eine Grillpfanne. Sie sorgt auch dafür, dass kein Öl in die Glut tropft und eine Stichflamme auslöst.  

Kleingehackt lassen sich etwaige Käsereste am nächsten Tag noch gut im Rührei oder in einem Salat verarbeiten. Die meisten Grillkäseprodukte bestehen aus Weichkäsesorten und halten sich weniger lang als der klassische Hartkäse am Stück. Du solltest sie deshalb stets gut kühlen und Reste nach einer Kühlung über Nacht zeitnah verbrauchen.  

Vielfältiger Fleischersatz

Ob Tofu, Seitan, Samen oder Bohnen: Pflanzliche Alternativen zu Fleisch gibt es mittlerweile zuhauf. Sie unterscheiden sich in Anbau, Herkunft und Herstellungsaufwand und können die Basis für eine breite Auswahl von Fleischersatzprodukten sein. Generell lohnt es sich, auch bei alternativen Grillprodukten die Zutaten und den Nährstoffgehalt genauestens zu prüfen: Woher kommen die Zutaten? Wie stark wurde das Grundprodukt verarbeitet? Welche Zusatzstoffe sind enthalten? Produkte auf Sojabasis haben beispielsweise einen hohen Verarbeitungsgrad, sind nahezu geschmacklos und erinnern in ihrer Konsistenz nur entfernt an Fleisch. Damit das Sojaschnitzel zum Grillgenuss wird, solltest du es also entweder in einer gut vorgewürzten Variante kaufen oder dich selbst an einer Marinade versuchen. Hierfür bieten sich Ketchup, BBQ-Sauce, aber auch Salz, Pfeffer, Essig und Knoblauch an.

Die weltweite Nachfrage nach Soja- und Palmölprodukten geht in vielen Regionen der Welt auf Kosten der tropischen Regenwälder, die den benötigten Anbauflächen weichen müssen. Beim Kauf solltest du daher aus Gründen der Nachhaltigkeit darauf achten, Produkte aus in Europa angebautem Soja zu kaufen.

Nachhaltiger ist hingegen Seitan, ein Produkt aus heimischem Weizen beziehungsweise Dinkel. Seitan ist durch die starke Verarbeitung zwar nicht besonders nährstoffreich, hat jedoch eine feste Konsistenz und wird gut gewürzt auch für Fleischenthusiasten zu einer schmackhaften Alternative. Wie du eine Marinade selbst zuhause herstellen kannst und welche Vorteile sie bietet, erklärt unser zugehöriger Themenschwerpunkt.

Weiterhin dienen Erbsen, Bohnen, Lupinensamen, Sonnenblumenkerne und auch Milch als Basis für Grillalternativen ohne lange Reisewege. So bieten viele Supermärkte Schnitzel auf Milchbasis an, Sonnenblumenkerne werden zum Hackfleischersatz oder zur Burger-Bulette und Lupinensamen ergeben eine gut verträgliche Tofu-Alternative auf Basis einer regional angebauten Hülsenfrucht.

Wie lange diese pflanzlichen Grillprodukte haltbar sind, hängt entscheidend von ihren Grundzutaten ab. Vor allem Produkte mit Milch- oder Ei-Anteilen solltest du möglichst während des Grillens verzehren. Lebensmittel auf Soja-, Tofu- oder Seitanbasis kann man hingegen durchgebraten und gekühlt auch am nächsten Tag noch essen.

Süßes vom Rost

Nach der dritten Runde vom Rost passt häufig nur noch ein Dessert. Verschiedene Obstsorten, wie Ananas, Melonen, Kiwi, aber auch Äpfel und Birnen können die Basis für eine süße Alternative vom Grill statt aus dem Eisfach sein. So lassen sich beispielsweise Bananen hervorragend aufschneiden und mit Honig oder Schokoladenstücken über der Restglut erhitzen. Braune oder matschige Früchte müssen also keineswegs in der Tonne landen. Du kannst sie in einer Grillschale backen oder in Scheiben geschnitten vorsichtig am Rand des Rostes grillen.