Weggeworfenes Obst und Gemüse
Lebensmittelabfälle in Deutschland

Berichterstattung an die EU

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Auf europäischer Ebene ergibt sich die Berichtspflicht über Lebensmittelabfälle aus der Abfallrahmenrichtlinie. Sie wird durch zwei Rechtsakte der EU-Kommission konkretisiert: Den Delegierten Beschluss (EU) 2019/1597 vom 3. Mai 2019 und den Durchführungsbeschluss (EU) 2019/2000 vom 28. November 2019. Darin sind unter anderem die Methoden erläutert, die zur Messung der Lebensmittelabfälle verwendet werden sollen.

Der erste Bericht für das Jahr 2020 ist bis zum 30.06.2022 an die EU zu übermitteln, die Folgeberichte jeweils ein Jahr später. Alle vier Jahre sind Detailmessungen vorgeschrieben.

In Deutschland wird die EU-Berichterstattung auf den jährlich erhobenen Abfallstatistiken basieren. Bei dieser Methode werden die Abfallmengen, die bei den Entsorgungsanlagen eingehen, erfasst. Die verwendeten amtlichen Statistiken sind regelmäßig verfügbar, zuverlässig und unterliegen hohen Qualitätsanforderungen. Anschließend wird, ggf. mit Hilfe von Sortieranalysen, ermittelt, wie viele dieser Abfälle tatsächlich Lebensmittelabfälle sind. So muss zum Beispiel der Inhalt der grauen Restmüll-Tonne untersucht werden, da darin unterschiedliche Abfälle wie Hygieneartikel und Haushaltsabfälle gesammelt werden. Und auch Lebensmittelabfälle, die in vielen Kommunen eigentlich in die Bio-Tonne gehören, werden leider oft über den Restmüll entsorgt.
Eine Summierung der Lebensmittelabfälle aus den fünf Sektoren der Lebensmittelversorgungskette ist mit dieser Methode möglich, wenn qualitativ hochwertige und zeitlich konsistente Daten für diese Berechnungen vorhanden sind.

 

Erste detaillierte Ergebnisse für das Jahr 2015

Im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hat das Thünen-Institut im Jahr 2019 in der Baseline 2015 ermittelt, dass in Deutschland im Jahr 2015 rund 12 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle angefallen sind. Dabei wurden die verschiedenen Sektoren von der Primärproduktion bis zu den privaten Haushalten getrennt voneinander betrachtet. Beim Erstellen der Studie, für die verschiedene Methoden verwendet wurden, wurde deutlich: Auch wenn Daten entlang der gesamten Lebensmittelversorgungskette besser als in früheren Jahren verfügbar waren, bestehen noch immer Datenlücken. Sie dient daher als grobe Abschätzung des Lebensmittelabfallaufkommens in Deutschland. Wenn die Datenlage zum Beispiel durch die Arbeit in den Dialogforen sowie oben genannte Erhebungen zur Erfüllung der Berichtspflichten verbessert wird, wäre unter Umständen auch eine Revision der Daten aus der Baseline möglich.