Drei Frauen von einer Wand auf der Hühner abgebildet sind
Bundespreis 2021

Immer eine gute Suppe – Verarbeitung von Althennen von der Landwirtschaftlichen Direktvermarktung Margit Jung

Quelle: Margit Jung

Die Landwirtin Margit Jung verarbeitet Althennen aus kleinen Tierbeständen. Damit unterstützt sie landwirtschaftliche Betriebe, ihre älteren Tiere zu vermarkten, anstatt sie entsorgen zu müssen. Für diese Idee bekam sie 2021 einen Förderpreis des Zu gut für die Tonne! – Bundespreises in Höhe von 5.000 €.

Für viele Landwirtinnen und Landwirte stellt sich regelmäßig die Frage: „Wohin mit den Althennen?“ Auch Margit Jung stand vor dem Problem, dass die Abholung von Althennen insbesondere bei kleineren Beständen wie ihrem zusätzliche Kosten verursacht. Zusätzlich sind Suppenhühner als Rohware nicht in jeder Region ein Verkaufsschlager und lassen sich je nach Jahreszeit schlecht vermarkten.
Viele Haushalte greifen stattdessen lieber zu Fertigprodukten, beispielsweise Hühnersuppe aus dem Glas oder der Dose, anstatt selbst zu kochen. Dagegen geht Margit Jung nun in ihrer landwirtschaftlichen Direktvermarktung an: Sie überlegt gemeinsam mit den Landwirtinnen und Landwirten, was deren jeweilige Kundschaft auszeichnet und nach welchen Kriterien diese einkauft. Danach verarbeitet sie die Althennen bedarfsgerecht zu fertiger Suppe. Dabei steht stets die volle Wertschöpfung in Bezug auf das Lebensmittel sowie die Unterstützung kleinbäuerlicher Betriebe im Fokus. Die Suppe, gekocht wie zu Omas Zeiten, kommt
bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern gut an.

„Für die Tierhaltung benötigen Landwirtinnen und Landwirte viele wertvolle Ressourcen. Es ist im Sinne der Lebensmittelwertschätzung sowie des Ressourcenschutzes, Nutztiere einer möglichst vollständigen Verwertung zuzuführen. Die Direktvermarktung von Margit Jung geht hier mit gutem Beispiel voran, indem sie alte Legehennen zu Hühnersuppe verarbeitet und somit kleinbäuerliche Betriebe bei der Vermarktung unterstützt. Wir freuen uns, das besondere Engagement ihres derzeit noch kleinen Teams mit einem Förderpreis zu unterstützen.“
Jurymitglied Ingrid Hartges