Nationales Dialogforum

Quelle: BMEL

Das Nationale Dialogforum bildet den Kern der Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung, welche die Bundesregierung Anfang 2019 verabschiedete. Bis 2030 soll das Gremium jährlich tagen, um Ergebnisse und Fortschritte zu diskutieren, Herausforderungen zu identifizieren und Meilensteine abzustecken. Das Nationale Dialogforum richtet sich an alle Sektoren entlang der Lebensmittelversorgungskette.

Eingerichtet wurde das Nationale Dialogforum vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es bildet den offiziellen Rahmen für die Dokumentation und Mitgestaltung des Umsetzungsprozesses der Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung, die die Bundesregierung im Februar 2019 verabschiedet hat. Einmal im Jahr kommen Vertreter:innen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft sowie Vertreter:innen der fünf sektorbezogenen Dialogforen Primärproduktion, Verarbeitung, Handel, Außer-Haus-Verpflegung und Private Haushalte beim Nationalen Dialogforum zusammen, um Maßnahmen vorzustellen, Fortschritte zu bewerten und gemeinsam Probleme und Lösungen zu diskutieren.
Die Verpflichtung, die Lebensmittelabfälle auf Einzelhandels- und Verbraucherebene bis 2030 zu halbieren und entlang der Produktions- und Lieferkette zu reduzieren, basiert auf der Agenda 2030 der Vereinten Nationen, dem EU-Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft sowie der überarbeiteten EU-Abfallgesetzgebung und knüpft an die Nationale Nachhaltigkeitsstrategie sowie den Klimaschutzplan 2050 an.

1. Nationales Dialogforum

Zum 1. Nationalen Dialogforum am 06. November 2019 kamen Vertreter:innen aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in Berlin zusammen.

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2. Nationales Dialogforum

Beim 2. Nationalen Dialogforum hat die Bundesministerin am 10. März 2021 über bisherige Erfolge informiert.

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Ein sektorübergreifender Ansatz ist wichtig

Wie wichtig das Engagement aller Sektoren ist, belegen Zahlen zur Verschwendung von Lebensmitteln, die Dr. Thomas Schmidt vom Thünen-Institut und Dr. Gerald Hafner von der Universität Stuttgart beim 1. Nationalen Dialogforum präsentierten. Jährlich fallen in Deutschland entlang der gesamten Lebensmittelversorgungskette rund 12 Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an.

  • Die Primärproduktion hat daran einen Anteil von 12 Prozent (1,4 Mio. Tonnen).
  • Bei der Verarbeitung fallen 18 Prozent (2,2 Mio. Tonnen) an.
  • Im Handel entstehen vier Prozent (0,5 Mio. Tonnen) der Lebensmittelabfälle.
  • Bei der Außer-Haus-Verpflegung fallen 14 Prozent (1,7 Mio. Tonnen) der Abfälle an.
  • Der Großteil der Lebensmittelabfälle entsteht mit 52 Prozent (6,1 Mio. Tonnen) in privaten Haushalten – jede:r Verbraucher:in wirft demnach etwa 75 Kilogramm Lebensmittel im Jahr weg.

 

Sowohl aus ökologischen, ökonomischen als auch ethischen Gründen ist das ein Problem. Für eine effektive Reduzierung der Lebensmittelverschwendung müssen alle Sektoren entlang der gesamten Lebensmittelversorgungskette in den Blick genommen werden. Erstmals hat Bundesernährungsministerin Julia Klöckner mit der Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung einen umfangreichen gesamtgesellschaftlichen Prozess angestoßen, um über alle fünf genannten Sektoren der Lebensmittelversorgungskette hinweg wirksame Maßnahmen zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung zu entwickeln und umzusetzen. Das Ministerium stellt dafür für die Jahre 2019 bis 2023 zwölf Millionen Euro zur Verfügung. 

Gezielte Wissensvermittlung über die Herstellung und den Wert der Lebensmittel erzeugt bei den Verbraucher:innen mehr Bewusstsein und Achtsamkeit. Alle Akteur:innen können etwas beitragen, um die Lebensmittelabfälle zu reduzieren, die Strategie gibt den Rahmen für diesen partizipativen Dialogprozess. Auch digitale Lösungen können helfen. Aktuell fördert das BMELdas Projekt „Tafel macht Zukunft – gemeinsam digital“ mit 1,5 Millionen Euro. Eine online-Plattform, die digitale eco-Plattform, soll die Schnittstelle zwischen lebensmittelspendenden Unternehmen und den Tafeln einfacher machen. Damit wollen die Tafeln und ihre Projektpartner:innen die Weitergabe von Lebensmitteln an Bedürftige noch effizienter gestalten und bis zu 40 Prozent mehr genießbare Lebensmittel retten. Wie schließlich eine effektive Zusammenarbeit der Sektoren aussehen kann, wurde beim 1. Nationalen Dialogforum im Rahmen einer Podiumsdiskussion genauer definiert. „Wir wollen und müssen die Datenlage zu Lebensmittelabfällen in allen Sektoren kontinuierlich verbessern. Hierfür brauchen wir die Unterstützung und Zusammenarbeit aller Akteure“, so Frau Dr. Niederhaus (BMEL).

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