Gemuese auf Holzhintergrund
Schwerpunkt

Wer Lebensmittel rettet, ist klar im Vorteil

Quelle: AdobeStock – sebra

Warum ist es eigentlich so wichtig, die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren? Resteverwertung ist nicht nur gut für Umwelt und Klima – sie macht auch kreativ und ist ein richtiger Spartipp.

Weniger Wegwerfen ist gut für Ihren Geldbeutel

Ihnen fällt beim Blick in den Kühlschrank auf, dass ein Joghurt bereits schimmelt? Wie ärgerlich, denn was Sie wegwerfen müssen, haben Sie umsonst gekauft. Damit sind Sie nicht allein: In Deutschland entstehen 59 Prozent aller Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten, nämlich im Jahr etwa 6,5 Millionen Tonnen, wie Zahlen des statistischen Bundesamts aus dem Jahr 2022 zeigen. Auf Dauer kann das für die Haushaltskasse ganz schön teuer werden. Wenn Sie es hingegen schaffen, nur das zu kaufen, was Sie verwerten können, dann sparen Sie sich neben dem Frust über den Verderb auch unnötige Ausgaben.

Ein weiterer Spartipp: Im Einzelhandel werden Lebensmittel, bei denen das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) naht, oft im Preis reduziert. Also eine gute Wahl, um ganz nebenbei Lebensmittel zu retten, wenn Sie sowieso eine zeitnahe Verwertung planen. Das MHD ist ein Qualitätsdatum und gibt an, bis wann das ungeöffnete und richtig gelagerte Lebensmittel seine charakteristischen Eigenschaften hinsichtlich Konsistenz, Farbe, Geruch und Geschmack mindestens behält. Lebensmittel mit abgelaufenem MHD sind also meist noch gut: Prüfen Sie Aussehen, Geruch und nach Möglichkeit auch den Geschmack, um Aufschluss darüber zu erhalten, ob das Lebensmittel noch genießbar ist. Weitere Informationen finden Sie in unserem zugehörigen Schwerpunkt zum Thema MHD.

Reste verwerten macht kreativ

Indem Sie die Resteverwertung bewusst in Ihren Küchenalltag einbauen, lernen Sie eine ganz andere Art des Umgangs mit Lebensmitteln kennen. Wohin zum Beispiel mit übrigen Schalen oder Endstücken von Wurzelgemüse? Ein toller Verwertungsvorschlag für Winter und Frühling ist eine selbstgemachte Gemüsebrühe, die Sie als Basis für allerlei Suppen und Eintöpfe verwenden können. Tauschen Sie sich mit Freund:innen und Bekannten aus und probieren Sie, was für Sie am besten funktioniert. Inspirationen für praktische Rezepte zur Resteverwertung bieten unsere #ResteReloaded-Tutorials oder die Zu gut für die Tonne!-App.

Lebensmittelwertschätzung schont Umwelt und Klima

Bei der Produktion von Lebensmitteln werden Treibhausgase wie CO2 freigesetzt – je nach Lebensmittelgruppe unterscheidet sich dieser Wert. So entstehen bei der Produktion eines Kilogramms Kartoffeln etwa 0,2 Kilogramm CO₂. Karotten haben sogar eine noch geringere CO₂- Bilanz von lediglich 0,1 Kilogramm pro produziertem Kilogramm der leckeren Rüben. Deutlich emissionsintensiver sind hingegen tierische Lebensmittel: Bei der Produktion eines Kilogramms herkömmlicher Butter entstehen neun, bei der von konventionellem Rindfleisch durchschnittlich 13,6 Kilogramm CO₂. Treibhausgase sind eine große Belastung für unser Klima und  Ursache für die Erderwärmung. Landet ein Teil unseres Einkaufs im Abfall, so wurden diese Gase umsonst freigesetzt. Gleiches gilt für weitere zur Produktion verwendeten Ressourcen: Wasser, Dünger, Energie für Ernte, Verarbeitung und Transport sowie wertvoller Ackerboden. Auch hier schlagen tierische Produkte besonders zu Buche: Denn der Anbau von Futter nimmt große Flächen in Anspruch. Zur Produktion von Fleisch werden deshalb mehr Ackerfläche benötigt als für die gleiche Nährwertmenge an Getreide.

Wenn Sie also darauf achten, nur so viel zu kaufen, wie Sie am Ende verwerten können, dann sorgen Sie dafür, dass diese Ressourcen und damit Umweltbelastungen nicht umsonst aufgewendet wurden bzw. entstanden sind. Weil auch bei der Müllentsorgung Energie verbraucht wird, reduzieren Sie durch weniger Lebensmittelabfälle sogar zusätzlich die Ressourcenverschwendung. Klima und Umwelt zu schonen kann einfach sein und Sie können einen wertvollen Beitrag leisten!

Praktische Empfehlungen, wie Sie zuhause bereits bei Einkauf und Lagerung richtig planen können, um die eigene Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, finden Sie hier.